Die Einschläge kommen näher, die Hiobsbotschaften werden schlimmer: Nach einer kürzlich durchgeführten Erhebung der comdirect Bank AG verlieren deutsche Kleinsparer aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase in Verbindung mit der gegenwärtigen Inflation bis zu ein Fünftel ihrer jährlichen Ersparnisse. Betroffen sind in erster Linie konservative Anleger, die erspartes Geld auf Sparbüchern sowie auf Tages- und Festgeldkonten deponiert haben. Eine Entwicklung, die nicht nur betroffen macht, sondern ein deutlicher Indikator für den dramatischen Zustand der Finanzwirtschaft ist.

Jährlich bis zu 28 Prozent Verlust

Wer die Zahlen zum ersten Mal hört, hält sie in aller Regel für einen schlechten Scherz: Bundesdeutsche Anleger verlieren aktuell jedes Jahr bis zu 19 Prozent ihrer Ersparnisse. Im Osten Deutschlands sollen es sogar bis zu 28 Prozent (so in Mecklenburg-Vorpommern) sein. Nach den Ergebnissen einer Analyse der Quickborner comdirect Bank AG, einer der größten deutschen Direktbanken, liegt dies vor allem an der Art der von den Kleinsparern gewählten Anlageform. Insbesondere klassische Produkte wie das gute alte Sparbuch, aber auch einstmals recht attraktive Sparformen wie Tagesgeld- oder Festgeldkonten werfen fast keine Zinsen mehr ab. So schreibt beispielsweise die Berliner Sparkasse nach 12 Monaten dem Besitzer eines mit 100.000 EUR üppig gefüllten Tagesgeldkontos die „stolze Summe“ von 10 EUR Kapitalertrag gut. Ein lächerlicher Betrag, für den sich der Aufwand einer Kontoeröffnung und -führung im Grunde gar nicht mehr lohnt.

Inflation macht Vermögensaufbau unmöglich

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland steigen derzeit stark an. Dies betrifft längst nicht nur Posten wie Treibstoff oder Miete, sondern umfasst auch die zuweilen horrenden Aufschläge bei Lebensmitteln. So ist beispielsweise Butter so teuer wie seit 50 Jahren nicht mehr. Angesichts der geringen Sparzinsen in Verbindung mit einer aktuellen Inflation in Höhe von 1,8 Prozent (September 2017) wird das Geld der Sparer demnach Tag für Tag vernichtet. Rücklagen zur Altersvorsorge oder ein Vermögensaufbau für sonstige Zwecke sind somit praktisch unmöglich geworden.

Sinnvolle Alternativen finden

Angesichts dieser dramatischen Lage und der Inflation stellt sich natürlich die Frage nach sinnvollen Alternativen. Gerade die von der genannten Entwicklung am meisten betroffenen konservativen Anleger scheuen oft risikoreiche Anlagen wie beispielsweise ein Investment in Aktien oder Anleihen. Da aber auch Immobilien derzeit bereits sehr hoch bewertet sind und immer mehr Stimmen vor dem Platzen der sogenannten „Immobilienblase“ warnen, ist guter Rat teuer. Gleichzeitig kostet jedes Zögern bares Geld. Ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen scheint.

Edelmetalle können ein langfristiger Rettungsanker sein

In Zeiten hoher Inflation und niedriger Zinsen heißt das oberste Gebot: Sicherheit. Da kaum jemand vorhersagen kann, wie sich die Zinsen und die Inflation in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln werden und ob der Euro als mehr oder weniger stabile Gemeinschaftswährung überhaupt noch eine Zukunft hat, geraten einige zu Unrecht vergessene Anlagen wieder in den Fokus der Sparer. Hierzu zählen immer häufiger auch Edelmetall-Investments. Vor allem langfristig denkende und das Börsenparkett meiden wollende Sparer erhalten mit ihnen eine gute Möglichkeit, eigenes Vermögen vor Krisen zu schützen. Selbst dann, wenn ein Edelmetall-Depot nicht sofort einen unmittelbar sichtbaren Kapitalgewinn aufweisen sollte, übertrumpfen Gold und Silber in Sachen Sicherheit prinzipiell jede Währung dieser Welt. Während Reichsmark, Rentenmark und DDR-Mark längst keinen Pfifferling mehr wert sind, haben Gold und Silber noch heute Bestand. Clevere Anleger, die ihre Ersparnisse vor dem Verfall retten wollen, sollten daher unbedingt darüber nachdenken, zumindest einen Teil ihres Vermögens in Edelmetalle zu investieren.

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